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Datum: 04.10.2018

Best Practice: Neue Office- und Windows-Versionen verzögern Neue Versionen direkt nach der Freigabe zu installieren ist keine gute Idee...

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Die neue MS Office Version 2019 und das neue MS Windows-Funktionsupdate (1809) sollten zunächst einmal nicht eingesetzt werden! Es gibt noch zu viele Probleme damit.

Regelmäßg werden von Herstellern neue Programmversionen angeboten. Und regelmäßig enthalten diese Programmversionen Fehler, die die Arbeit in komplexen Umgebungen stören oder gar ganz verhindern.

Unmittelbar nach der Freigabe einer neuen Version werden in der Regel massive Fehler bekannt. Es ist also eine bessere Idee, neue Versionen erst mit deutlicher Verzögerung einzusetzen!

Daher folgt hier aus der praktischen Erfahrung heraus folgender Rat:

Feature-/Funktionsupdates für MS Windows 10 verzögern

Ein neues Windows-(Feature/Funktions)-Update, d.h. ein Update, mit einer neuen Versionsnummer (z.B. 1803,1809, etc.) sollte auf Maschinen, die der täglichen Arbeit dienen, IMMER verzögert eingespielt werden, was nur in der Windows-Home Edition nicht geht, in allen anderen Versionen jedoch möglich ist.

  • In den Systemeinstellungen (beim "Zahnrad" unter "Start", dem Windows-Symbol links in der Task-Leiste) findet sich bei "Updates & Sicherheit" der Eintrag "Windows Update" und dort "Erweiterte Optionen". Hier stellt man im Punkt "Installationszeitpunkt für Updates auswählen" den "Semi-Annual Channel" ein (nicht den mit "Targeted", sondern den ohne...). Das verzögert das "Auto-(Zwangs)-Update" um bis zu 4 Monate. Eine gute Wahl für Arbeitsplätze, die funktionieren müssen.
  • Man kann auch gezielt die einzelnen Updates um "xxx"-Tage verzögern. Hier ist wichtig: "Funktionsupdates" (die mit einer neuen Nummer) sollten lange verzögert werden (z.B. 180 Tage), aber Qualitätsupdates sollten zeitnah eingespielt werden, denn dabei handelt es sich meistens um Sicherheitsupdates (also bitte auf 0 Tage stehen lassen!),
  • Die Updates "auszusetzen" funktioniert nur für die Dauer von 35 Tagen und reicht in der Regel nicht. Diese Einstellung stellt sich auch automatisch wieder zurück, wenn die Zeit um ist.

Die hier beschriebenen Einstellungen ändern sich von Version zu Version und könnten auf Ihrem System anders aussehen ... Tipp: Suchen im Internet

Wenn Windows-Update, dann vorsichtig

Bevor man dann ein Funktions-Update durchführt:

  • Datensicherung ist Pflicht! - Zumindest die Ergebnisse der eigenen Arbeit muss man regelmäßig sichern...
  • Nachsehen ob noch "genug" Plattenplatz frei ist für den Download des neuen Windows - immerhin kommt da meistens eine Fehlermeldung, wenn der Platz nicht reicht.
  • Dann sucht man sich einen Zeitpunkt, an dem man den Computer nicht unbedingt ganz dringend braucht - es kann immer etwas schief gehen und auch der eigentliche Update-Vorgang dauert u.U. mehrere Stunden!
  • Kurz vor dem Ereignis, sollten "störende Programme" (z.B. einige Antivirus- oder VPN-Programme), also Programme, die TIEF ins Windows-System eingreifen, besser komplett deinstalliert werden. Dafür gibt es i.d.R. vom Hersteller entsprechende "Removal"-Tools, um das wirklich rundum richtig zu machen. (Nicht vergessen, diese nach dem Update wieder einzuspielen!)
  • Anschließend kann man das Update durchführen (Achtung, das kann LANGE dauern). U.U. unterbricht z.B. der "Energiespar-Modus" (z.B. "Abschaltung nach 3h") sogar die Aktualisierung, bis man wieder am Rechner ist. Außerdem ist der Betrieb vom Computern in Diensträumen, die nicht über eine Brandmeldeanlage verfügen, aus Feuerschutzgründen nicht erlaubt, wenn niemand im Raum ist - d.h. ein Update "über Nacht" ist in den meisten Räumen der Universität verboten.

Nach dem Windows-Update

Nach dem Update ist UNBEDINGT zu prüfen, ob die Datenschutzeinstellungen verändert wurden. Wer ein Tool wie "Shutup10" zu Hilfe nimmt, sollte - bei jedem eingerichteten Benutzer (!) - die Einstellungen kontrollieren und wiederherstellen.

Dann müssen die Sicherheits-Programme und alle anderen, die man vorher deinstalliert hat, in den passenden Versionen (!) wieder installiert werden! Auch Datensicherungen, die z.B. das Windows-System wiederherstellen, sollten anschließend durchgeführt werden, um die Änderungen gesichert zu haben. Sie sollten dabei die alten Sicherungen aber nicht sofort überschreiben! Wer weiß, wann Sie wieder zurück wollen...

Immerhin: wenn man ganz SICHER ist, dass alles funktioniert, kann man in der "Datenträgerbereinigung" (z.B. "Eigenschaften von Laufwerk C:", "Bereinigen") die "Sytemdateien bereinigen" ausführen. Dort gibt es auch den Punkt "vorherige Windows-Installation(en)", was viel Plattenplatz frei gibt (meist ca. 25GB), aber auch die Möglichkeit nimmt, auf die vorherige Windows-Version zurückzukehren.

Neues MS Office? Ebenfalls erst mal warten!

Sobald ein neues MS Office auf den Markt kommt, meinen manche Leute, sie müssten unbedingt darauf umsteigen. In Einzelfällen mag das sogar sein, für die Allgemeinheit gilt das sicher nicht!

Seit MS Office 2019 wird die Installation nicht mehr über Datenträger durchgeführt, sondern per "Click-and-Run". Die dafür nötigen Programme findet man im Internet - wenn man eine gültige Lizenz hat, darf man die auch einsetzen. Zur Installation benötigt jedoch man eine "Konfigurationsdatei", die genau auf die Bedarfe in der Universität und den passenden Lizenzvertrag abgestimmt sein muss! Die mitgelieferrten Beispieldateien (i.d.R. für Office365) helfen hier überhaupt nicht!

Weiterhin ist zu beachten, dass z.B. aufgrund der Einschränkungen von MAPI an der Universität Bonn (z.B. für den Zugriff auf Kalender und Adressbücher auf unserem Server) nur die 32-Bit-Version von MS Office genutzt werden kann - MS stellt aber mittlerweile die 64-Bit-Version standardmäßig ein...
Und als letztes Hindernis: Die Installation erfolgt durch Aufruf der "Eingabeaufforderung" (als Computeradministrator) und eine entsprechende Kommandofolge für Download und Installation. So ist das jedenfalls nicht einfach für Laien zu nutzen. Das HRZ arbeitet an einer Lösung und Empfehlung hierzu.

Wer unbedingt jetzt neue Lizenzen von MS Office kaufen muss, sollte die MS Office (Prof. oder Standard)-Lizenz kaufen und über das Downgrade-Recht die Version 2016 einsetzen.

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