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Datum: 08.04.2019

Oracle-Java - jetzt wird's Zeit Das lange angekündigte, für die Universität kostenpflichtige Oracle-Java Update steht kurz bevor. Zeit zu handeln!

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Die Lizenzbedingungen von Oracle Java haben sich zum 1. Februar 2019 geändert. Das bedeutet, dass Oracle-Java-Lizenzen nun auch für Bildungseinrichtungen kostenpflichtig werden. Das Update-Release, das voraussichtlich am 16. April 2019 für Oracle-Java 1.8 (JRE 8) veröffentlicht wird, wird das erste kostenpflichtige Update sein. Eine Installation dieses Updates führt an der Universität laut den damit akzeptierten Lizenzbedingungen automatisch in die Kostenpflicht. Die höheren Versionen (Oracle Java 11 etc.) sind ebenfalls nicht frei an der Universität nutzbar.

Seit längerem ist bekannt, dass die Fa. Oracle die bisher kostenfreie Java-Software auch für Universitäten kostenpflichtig gemacht hat. Insbesondere für Oracle-Java auf Servern sind hohe Lizenzkosten ("Core-Lizenzierung") zu entrichten. Jedoch gilt die Lizenz(kosten-)pflicht auch für Arbeitsplätze im Eigentum der Universität. Von Seiten Oracles sind nun das Java-Development-Kit (JDK) und die Java-Runtime-Environment (JRE) zu einem Produkt zusammengeführt, so dass beide nun einer gemeinsamen Lizenzpolitik unterstehen.

Da das Risiko einer Fehllizenzierung zu hohen Kosten für die Hochschule führen könnte, empfiehlt das Rechenzentrum dringend folgenden Umgang mit Java-Installationen, die auf Oracle-Java basieren 

Kurzfassung: Wer kann, sollte Oracle-Java ab sofort meiden!
  1. Umgehende Deinstallation von Oracle-Java von allen Arbeitsplatz-Rechnern und Servern. In einigen Fällen wurden Anwendungen, die Java benötigten, längst von den Rechnern gelöscht oder die Anwendungen werden nicht mehr weiter benötigt und können ebenfalls gelöscht werden.
  2. Installation von Alternativprodukten, falls Anwendungen installiert sind - und weiterhin benötigt werden -, die Java verwenden. OpenJDK ist die von Oracle empfohlene Alternative. Nach vielen Rückmeldungen sind nur in sehr seltenen Fällen Inkompatibilitäten bekannt. Dennoch sollte die Funktion der Java-abhängigen Software mit dem OpenJDK getestet werden, bevor man sich darauf verlässt.
  3. Nur bei festgestellter Inkompatibilität der Alternativprodukte muss Oracle Java kostenpflichtig lizensiert werden.
    Bisher muss dazu, vor allem bei Servern, die Fa. Oracle kontaktiert werden. Sollten Sie unbedingt Oracle-Lizenzen benötigen, melden Sie sich bitte zusätzlich unter [Email protection active, please enable JavaScript.] - möglicherweise wird bald eine Umfrage zum Abschluss eines Rahmenvertrags - unter Kostenbeteiligung - stattfinden.
  4. Für gebündelte Java Versionen (also Oracle-Java, das in einem anderen Programm mitgeliefert wird) erfragen Sie bitte bei den jeweiligen Herstellern des Programms, mit welcher Alternative das Produkt betrieben werden kann oder ob die Lizenz vom Hersteller gestellt wird.

Die Nichtbefolgung der oben genannten Vorschläge stellt, zusätzlich zum Lizenzrisiko, auch ein großes Risiko für die IT-Sicherheit dar, da ohne Lizenzvertrag mit Oracle keine Oracle-Java-Sicherheitsupdates mehr nachinstalliert und daher neue Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Sicherheitslücken in veralteten Java-Versionen ausgenutzt werden.

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Alternative Produkte: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur als Hilfe dienen, wo man Alternativen suchen kann.

  1. freies OpenJDK: github.com/ojdkbuild/ojdkbuild
  2. Zusätzlich gibt es Implementierungen, bei denen die Updates kostenfrei sind (Amazon Corretto 8, AdoptOpenJDK, etc.)
  3. Außerdem bieten verschiedene Firmen OpenJDK-Installationen und Supportverträge an, bei denen die OpenJDK-Installationen auch mit Softwarepflege angeboten werden (z.B. RedHat, Suse)
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