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Sicherer Strom für die E-Mail

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HRZ - Hinter den Kulissen

Ob über eCampus, WLAN oder E-Mail, ein jeder kommt während seiner Laufbahn an der Universität Bonn bewusst oder unbewusst regelmäßig mit dem Hochschulrechenzentrum in Berührung. Wie vielseitig das Angebot des zentralen IT-Dienstanbieters der Universität jedoch wirklich ist, verrät ein Blick auf die Serviceseite (https://www.hrz.uni-bonn.de/service). Damit die Dienste rund um die Uhr genutzt, ständig weiterentwickelt sowie sicher und stabil betrieben werden können, ist die Einsatzbereitschaft der gesamten Belegschaft gefordert. Während die Nutzer im Internet recherchieren, E-Mails schreiben oder ihre Lehrmaterialien herunterladen, werden im Hintergrund mit rauchenden Köpfen täglich viele kleinere und größere Herausforderungen bewältigt. An dieser Stelle möchten wir Ihnen zukünftig einen kleinen Blick hinter die Kulissen des HRZ geben.


Verschwundene E-Mails, ein leeres Postfach und das Versenden der morgen einzureichenden Hausarbeit oder des dringenden Berichtes schlägt ständig fehl… Um das Risiko eines solchen Schreckensszenarios zu verringern, betreibt das HRZ Geräte zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Diese großen Batterien sind über eine spezifische Steuerungselektronik an die technischen Komponenten der wichtigsten zentralen IT-Dienste angeschlossen. Im Falle von Spannungsschwankungen im Stromnetz beugen sie Hardwareschäden (und damit Ausfällen sowie Datenverlust) vor. Da das Hochschulrechenzentrum über keine ganzheitliche Notstromversorgung verfügt, ist eine USV die einzige Möglichkeit, kürzere Stromausfälle (bis ca. 20 Minuten) zu überbrücken oder wichtige Systeme geordnet herunterzufahren, wenn der Strom für eine längere Zeit ausfällt.

Wie alle IT-Komponenten haben auch USV-Geräte einen bestimmten Lebenszyklus. Außerdem entwickelt sich die Technologie in dem Bereich ständig weiter, sodass regelmäßig modernere Geräte mit noch mehr Kapazität auf den Markt kommen. Deshalb müssen sie von Zeit zu Zeit getauscht werden; von Bedarfserhebungen über Marktsondierung bis hin zum Beschaffungsverfahren ein langwieriger Vorgang.

Ein solcher Austausch stand kürzlich auch im HRZ an. Nach der Lieferung der neuen Geräte wurde so schnell wie möglich mit den Umbauarbeiten begonnen, um die Lebenszeit optimal auszunutzen und um Platz für die Lagerung zu sparen. Zu berücksichtigen und gründlich zu planen waren dabei vor allem das Vorgehen, die zeitliche Verfügbarkeit der zuständigen Mitarbeiter sowie mögliche Ausfallzeiten von Systemen. Als erster Schritt musste zusätzlicher Platz für die neue, größere USV im Serverschrank geschaffen werden. Dazu wurde ein Server aus seinem Cluster (einem Verbund mehrerer Server, der in diesem Fall zuständig für die Filterung von Spam-E-Mails ist) ausgetragen, um ihn auszuschalten und zu versetzen. Natürlich sollte der E-Mail-Verkehr auf keinen Fall gestört werden. Zum Glück funktionierte alles reibungslos, der Server konnte problemlos an seinem neuen Ort wieder in Betrieb genommen werden. Der so freigewordene Platz reichte nun aus, um das neue USV-Gerät in dem Schrank unterzubringen.

Außerdem benötigt das neue Gerät eine stärkere Stromzuleitung, mit einem größeren Kabelquerschnitt. Aufgrund von fehlenden freien Stromkreisen war ein vorbereitender paralleler Aufbau der neuen Zuleitung nicht möglich. Praktischerweise verfügen Server in der Regel jedoch über zwei Netzteile. So wird der Betrieb sichergestellt, falls eines ausfällt. Gleichzeitig kann man diese Redundanz aber auch für Änderungen an der Stromzuleitung nutzen. So wurden die anderen Server des Schrankes für die Dauer der Umbauarbeiten unterbrechungsfrei an die Stromversorgung der Nachbarschränke angeschlossen, während der alte Stromkreis abgeschaltet wurde.

Jetzt erst war es für den Hauselektriker des HRZ möglich, das alte Stromzuleitungskabel vom Sicherungsschrank und von der alten USV zu lösen, um ein neues Kabel Ader für Ader anzuschließen und zu prüfen. Alleine das Verlegen des Kabels durch den engen Doppelboden ist dabei schon ein schwieriges Unterfangen und verlangt große Achtsamkeit, denn der Doppelboden erfüllt vielfältige Versorgungsfunktionen. Neben der Beherbergung verschiedener Verkabelungen (z.B. auch empfindliche Glasfaserleitungen, die nicht beschädigt werden dürfen) ist er auch wichtiger Bestandteil des Klimatisierungssystems.

Trotz dieser guten Klimatisierung kamen die drei Mitarbeiter ganz schön ins Schwitzen, als sie die alte USV zwischenzeitlich aus- und die neue einbauten. Mit 248 kg (inklusive der Batterien) ist sie kein Leichtgewicht. Zudem war beim Einbau in den Serverschrank höchste Präzision erforderlich, um benachbarte Geräte nicht zu beschädigen.

Nach Einbau des neuen Gerätes und Fertigstellung der neuen Stromzuleitung konnten die grundlegenden Funktionen geprüft und alle Konfigurationen vorgenommen werden. Anschließend wurden alle Server an die neue USV angeschlossen, die Projektschritte dokumentiert und die Monitoring-Systeme etc. angepasst.

Der gesamte Umbau konnte ohne Zwischenfälle und Auswirkungen auf die Benutzer abgeschlossen werden. – Mission geglückt. Insgesamt erstreckten sich die Umbauarbeiten über drei Tage, wobei bis zu 6 Personen zum Teil mehrere Stunden an den notwendigen Arbeiten beteiligt waren. Die IT-Komponenten von einem der ca. 40 Serverschränke des Hochschulrechenzentrums sind damit mit einem neuen Gerät zur unterbrechungsfreien Stromversorgung besser gegen Stromstörungen abgesichert, bis auch hier in ein paar Jahren der nächste USV-Wechsel erforderlich wird.

Autor: Fabian Prante, HRZ

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