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Keine Adobe Miet-Produkte ab 23.11.2019 mehr über Rahmenverträge

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Sie erinnern sich? In unserer Meldung vor einem Jahr erklärten wir an dieser Stelle, dass die Fa. Adobe ihre Rahmenverträge ändert und hofften, dass es noch ein gutes Angebot für die deutschen Hochschulen gäbe. Diese Träume sind nun ausgeträumt.  Der sogenannte "Adobe-Desktop"-Vertrag hat uns noch ein Jahr Aufschub gegeben, endet aber endgültig am 22.11.2019. Die Nutzung von Adobe-Mietlizenzen aus einem Rahmenvertrag für die Universität Bonn ist ab dem Tag danach nicht mehr möglich.

Die gemieteten Produkte MÜSSEN deinstalliert werden!

Wir müssen Ihnen empfehlen, auf den Einsatz der Adobe-Miet-Produkte zukünftig zu verzichten. Wechseln Sie wann immer möglich lieber auf freie/alternative Produkte.

Wer dennoch weiterhin mit Adobe-Produkten arbeiten möchte, wird schnell feststellen, dass das Lizenz- und Datenschutzrecht sehr komplizierte Rahmenbedingungen darstellen.

Kurzfassung: Entweder man mietet Adobe-Produkte direkt in der (Creative-)Cloud als Einzellizenzen (als "Privatperson" und nutzt sie auch für die Arbeit - mit allen negativen Wechselwirkungen) oder man kann die sogenannten VIP-Verträge als Arbeitsgruppe verwenden. Letzteres ist rechtlich sehr kritisch (s.u.) und erfordert einen (verantwortlichen) Gruppen-Administrator, der die Verwaltung in der Creative-Cloud übernimmt. Die Grundlage dafür sind (private!!) Adobe-IDs. Auch das ist keine Lösung und für Universitäten grundsätzlich nicht zu verantworten. Daher:

Adobe-Software, die man nicht aus dem CLP-Vertrag KAUFEN kann, hat an der Universität - wenn man es genau nimmt, und das wollen und müssen wir - ihr "End of Life" erreicht.

Schauen wir uns die Hintergründe genauer an:

Wie ist es dazu gekommen? (bitte ausklappen)

Schon vor einigen Jahren begann Adobe damit, die bestehenden Lizenzmodelle umzustellen. Aus dem damaligen "CLP" (mit Kauflizenzen) wurden die Adobe-Creativ-Cloud-Produkte abgekündigt und seitdem nur noch als Mietlizenzen angeboten.

Die dann noch verfügbaren Lizenz-Verträge sahen vor, dass man entweder "eine Flatrate für alle Mitarbeiter*innen abschließen sollte" (das haben einige Unis z.B. für den Adobe Acrobat ("Writer") auf "FTE-Basis" getan). Zusätzlich bot Adobe auf Druck der deutschen Hochschulen den "ETLA-Desktop"-Vertrag an, den auch wir genutzt haben, um einzelne Produkte (mit Seriennummern) auf einzelnen Rechnern einzusetzen. Schon die Verwaltung und Bezahlung dieser Produkte führte bei uns zu deutlichem Arbeitsaufwand, auch wenn uns unser Softwareshop da ein wenig geholfen hat.

Nun hat Adobe mitgeteilt, dass der ETLA-Desktop-Vertrag in einen sogenannten "Point-Vertrag" umgewandelt wird, der den alten Modus mit Seriennummern (mit noch weiter erhöhtem Verwaltungsaufwand!) "als Ausnahme nur noch für ein weiteres Jahr" anbietet.

Nach diesem einen Jahr wird die Nutzung von Seriennummern keinesfalls mehr möglich sein. Dann muss man sogenannte "named user Lizenzen" verwenden, die in einer "Adobe-Console" auf den Servern von Adobe verwaltet werden müssen. D.h. personenbezogene Daten müssen dann auf jeden Fall in die (Amerika-)Cloud von Adobe übermittelt werden.

Das geht verantwortbar - unter Einhaltung des Datenschutzes - nur über eine technische Kopplung unseres IdM mit einem (noch nicht vorhandenen) Lizenzmanagement-System und dann dem zugehörigen Cloud-Portal des Anbieters. Diese Wege werden - zukünftig vermehrt - auch von anderen Anbietern verwendet.

Dumm nur: Wir werden auch in diesem einen Jahr keine Anbindung unserer Systeme an die Clouddienste einrichten können. Dazu fehlen uns die notwendigen Ressourcen.


Die Alternative - im Adobe-Portal VON HAND sämtliche Lizenzen für die Uni Bonn zu verwalten (mit einem Point- oder zentralen VIP-Vertrag) -, kann von uns nicht gestemmt werden. Die Nutzung "per FTE" steht in keinem Verhältnis zu Kosten/Nutzen.

Die deutschen Hochschulen haben lange versucht von Adobe einen anderen Weg der Lizenzierung angeboten zu bekommen, aber konnten sich mit ihren Wünschen und Forderungen nicht durchsetzen.

Was wird uns derzeit angeboten?

Viele der vorhandenen Produkteigenschaften von Adobe-Produkten bieten andere Produkte auch. Das geht von Open-Source-Produkten über alternative, kommerzielle Produkte. Eine hilfreiche Übersicht finden Sie zusammengestellt vom LRZ, München unter https://www.lrz.de/services/swbezug/lizenzen/adobe/adobe-alternativen. Gerade im Bereich der Open-Source-Produkte gibt es aber noch viel mehr Möglichkeiten. Für alternative, kommerzielle Produkte ist die Tabelle jedoch schon einmal sehr hilfreich.

Natürlich bleibt Adobe nicht untätig und bewirbt eine Übersicht über mögliche Lizenzverträge für Universitäten. Diese Übersicht finden sie unter https://spark.adobe.com/page/7pY21qjSVcFHt.

Lesen Sie zu den Adobe-Lizenzalternativen ein paar Anmerkungen (bitte ausklappen)

a) Auf dieser Webseite ist von "named user Lizenzen" (NUL) und von "Shared Device Lizenzen" (SDL, auch "Multi-User Gerätelizenzen" genannt) die Rede. Achtung: SDL dürfen AUSSCHLIESSLICH in Labors, Pools, Bibliotheken, etc. eingesetzt werden. Eine Nutzung am typischen Arbeitsplatz (oder gar auf Rechnern, die nicht im Eigentum der Universität Bonn stehen,) ist in den Lizenzbedingungen nicht enthalten

b) Bei allen NUL ist es unbedingt erforderlich, dass man diese Lizenzen (und damit personenbezogene Daten!) in einer sogenannten Admin-Konsole verwaltet.

c) Adobe konnte uns bisher nicht erklären, ob die NUL-Lizenz nun ein "Work@home" oder ein "home-use"-Recht beinhaltet. Unterschied: Mit "work@home" darf man nur SEINE ARBEIT FÜR DIE UNIVERSITÄT BONN mit der Lizenz erledigen, nicht aber etwas privates. Beim "home use'" wäre das möglich. (Die Begriffe stammen übrigens von der Fa. Microsoft). Übrigens bezieht sich das work@home zunächst auf "Bring your own device"-Szenarios. Wenn man zuhause ARBEITEN möchte, ist das nächste Thema die Dienstvereinbarung zu Telearbeit.

Die weiter unten aufgelisteten Vertragsarten "ETLA FTE" und "ETLA Point" kommen für die Universität so nicht in Frage. Es bleiben also nur "VIP"-Verträge. Und auch dazu könnte man eine Menge sagen. Wir halten sie nur für sehr bedingt geeignet. 

Die in dieser Übersicht aufgeführten und von Händlern und Adobe oft zitierten "VIP-Verträge" sind nicht nur für Universitäten unpraktisch, sondern in den Vertragsbedingungen finden sich einige Formulierungen, bei denen sich die Verantwortlichen gut überlegen sollten, ob man diese wirklich akzeptieren kann und darf! Die Verantwortung und Haftung dafür liegt dann beim Unterzeichner des Vertrags.

Probleme mit den VIP-Verträgen (bitte ausklappen)

Außer, dass ein "Arbeitsgruppen-Verantwortlicher" im Adobe-Portal die Verwaltung für die verschiedenen Mitarbeiter*innen des Projektes von Hand verwalten muss, gibt es erhebliche Bedenken:

Ob die Registrierung mit einer Adobe-ID überhaupt datenschutzrechtlich und juristisch korrekt möglich ist, ist mindestens fraglich! Eine "Einwilligung zur Datenweitergabe" durch den Nutzer ist keinesfalls als "freiwillig" zu betrachten und damit nichtig, wenn sich eine Arbeitsgruppe oder ein Vorgesetzer zum Einsatz der Software bei allen Mitarbeitern des Teams entscheidet. Daran ändert auch die "Tragen Sie sich bitte selbst für eine Adobe-Id ein" - Variante nichts. Die Übertragung einer Lizenz, die von der Universität bezahlt wird, auf eine PERSÖNLICHE (private?) Id des Nutzers ist grundsätzlich in Frage zu stellen. Ebenso, sind Daten die über die Adobe-ID in der Cloud von Adobe gespeichert werden, für einen Arbeitgeber nicht problemfrei. Die Universität kann auch später nicht mehr an die Daten heran - z.B. wenn den Mitarbeiter*innen ein Unfall widerfährt. Und und und.

Gewünscht ist diese Art der Lizenzierung keinesfalls. Selbst Adobe sagt, dass "eine Lizenzierung über Adobe-IDs keine geeignete Lösung ist". Die einzige Variante ist der Aufbau eines Lizenz-Managements, welches automatisiert die erforderlichen Daten als "Federated IDs" an die Adobe-Cloud sendet. Dafür ist jedoch eine Infrastruktur erforderlich, die das HRZ mit den vorhandenen Ressourcen nicht aufbauen kann.

Die angebotenen Lizenzprogramme von Adobe sind also zurzeit für uns keine Alternative.

Es bleibt bei dem, was wir schon vor einem Jahr geschrieben haben:

Wir müssen Ihnen empfehlen, auf den Einsatz der Adobe-Miet-Produkte zukünftig zu verzichten. Wechseln Sie wann immer möglich lieber auf freie/alternative Produkte. Einige Tipps für den Ersatz von Adobe-Produkten finden Sie z.B. auf der vom LRZ, München zusammengestellten Liste.

Es bleibt dabei:

  • Entweder, Sie kommen mit den (noch vorhandenen) Kauflizenzen aus dem CLP-Vertrag aus (vgl. https://uni-bonn.asknet.de/cgi-bin/program/S1665)
  • oder Sie suchen sich Alternativen aus dem Open-Source-Umfeld (einige wenige Hinweise auch beim LRZ, München).
  • Ist das nicht die Lösung, können Sie kommerzielle (oft günstigere) Alternativen verwenden (vgl. LRZ, München)
  • Falls das alles nicht funktioniert, können Sie eine Beschaffung für Adobe-Lizenzen unter Einhaltung von Datenschutz- und Beschaffungsrichtlinien (!) in Erwägung ziehen. Diese Lizenzen bekommt man übrigens nicht nur bei Adobe direkt, sondern oft auch bei verschiedenen Händlern. Empfehlungen zur Beschaffung können wir nicht geben.

https://www.lrz.de/services/swbezug/lizenzen/adobe/adobe-alternativen

 

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