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Backup - aber richtig

Wenn man das Betriebssystem wechseln will, ist einiges zu beachten (12.7.2016)

Der neue Rechner ist da und er Umzug steht an oder der alte Rechner soll ein neues Betriebssystem bekommen. Wie geht man vor?

Bei einem neuen Rechner kopiert man die Dateien und installiert seine Programme neu. Und dann... merkt man, dass man das ein oder andere vergessen hatte. FALLS der alte Rechner dann noch da ist, kann man die Daten (mit viel Erfahrung) dort extrahieren und auf den neuen Rechner übertragen. So weit so gut.

Bei einem Upgrade des alten Rechners ist das komplizierter (oder auch nicht): Viele PC-Nutzer nutzen die über das internet "irgendwie auf den Rechner geratene freundliche Aufforderung von Microsoft" zum Umstieg oder legen die Upgrade-DVD ein und los geht's... Und meistens klappt das auch - aber eben nur meistens! Wer erst danach anfängt zu überlegen, was man denn hätte tun können, der merkt schnell, dass eine gute VOR-Planung vor dem Upgrade nicht zu ersetzen ist. Selbst die Option "Rückgängig machen" des Upgrades ist nur verwendbar, wenn der Upgrade-Prozess mir ein lauffähiges System erzeugt hat. Falls nicht, muss ich alles neu installieren, oder?

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt, an was man alles denken sollte, nicht aber, WIE die Daten im Einzelfall gesichert werden sollen. Das würde den Rahmen/Umfang des Artikels sprengen und ist von Betriebssystemversion zu OS-Version verschieden! Da hilft nur viel Zeit einzuplanen und sich im Internet schlau zu machen! Der Aufwand sollte aber immer im Verhältnis zum Risiko des Datenverlustes stehen!

Wie also wird der Umstieg nicht zu einem Roulette-Spiel?

1. Lizenzrechtliche Fragen klären!

Für das Betriebssystem, aber auch alle anderen installierten Programme, die genauen Programmbezeichnungen, evtl. Installationsmedien, vor allem aber die Lizenzkeys sichern und bereitlegen! Bei einigen Programmen muss man das Programm erst deinstallieren (Lizenz wird vom Anbieter im Netz verwaltet -> Lizenz freigeben, um sie dann wieder installieren zu dürfen). Einige Produkte sind auch an die Hardware gekoppelt und DÜRFEN NICHT ÜBERTRAGEN WERDEN. Die Frage, ob man das Upgrade überhaupt installieren darf muss natürlich ebenfalls geklärt sein.

2. Hardware auf Kompatibilität prüfen

Mit Hilfe von Tools UND Informationen der Hersteller, Treiber vorab herunterladen (zumindest für LAN und Grafikkarte, evtl. noch für spezielle Chipsätze auf dem Motherboard).

3. Datensicherungen (!!) durchführen

Hier gibt es mehrere Varianten:

  • Vollbackup des Betriebssystems mit allen Daten (Image erstellen)
    • hier gibt es auch Spezialprogramme, die nachträglich den Zugriff auf einzelne Dateien der Sicherung erlauben, was sehr hilfreich sein kann!
  • Einzelne Daten/Informationen der verschiedenen Nutzer sichern
    • Diese Variante ist aufwändig, kann aber helfen, den neu installierten Rechner wirklich wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

Das Vollbackup hilft, den Rechner nach einem missglückten Upgrade in den Ursprungszustand zurückzuführen. Das ist immer eine gute Option! Diese hilft aber nicht, wenn nach dem Upgrade einzelne Komponenten oder Programme nicht mehr funktionieren oder "verschollen" sind und man grundsätzlich mit dem neuen System arbeiten möchte. Dann muss man die fehlenden Informationen "irgendwie" in das System zurückbekommen.
Hoffen wir also lieber, dass das "in-Place-Upgrade" funktioniert und wir uns diese Arbeit sparen können. Dennoch: Sicher ist Sicher. Also weiter im Programm!

Wenn man also einzelne Informationen getrennt vom Image sicher möchte, sollte man an folgendes Denken.

3.1 Persönliche Dateien (d.h. die selbst erstellen Dateien) sichern
  • Das bitte UNBEDINGT auch für ALLE BENUTZER, die auf dem Rechner einen Account haben. Nicht immer denkt man an die "anderen Dateien" der anderen Nutzer
3.2 Zusätzliche Sicherungen für
  • Liste der installierten Programme
    • Das sollte mit Punkt 1. jetzt einfach sein - aber viele Programme stammen aus dem Netz und benötigen keine Lizenz (oder doch? Programme, die "für private Nutzung frei" sind, dürfen oft nicht auf Rechnern der Universität kostenlos eingesetzt werden!)
  • Informationen über zusätzliche Konten (z.B. im Netz/in der Cloud, etc) mit den zugehörigen Zugangsdaten (z.B. Sciebo, etc.)
    • dazu auch die Passworte für Dienste im Netz (falls unvorsichtigerweise im Browser oder anderen Programmen gespeichert). Tipp: Mit Hilfe von Programmen wie Keypass oder Passwordsafe kann man schon im Vorfeld seine wichtigsten Informationen und Kennworte verschlüsselt in einer Datei ablegen! Sehr empfehlenswert! Außerdem wird es damit einfacher SICHERE Kennwort zu generieren und zu verwalten, die eine Mindestlänge von 13 Zeichen (inkl. Sonderzeichen) haben sollten. Aber das ist ein anderes Thema!
  • Hierzu gehören auch, sollen aber extra aufgeführt werden: Zugangsdaten zu Ihrem Internet-Provider bzw. entsprechenden Routern in dem Netz, das sie verwenden!
  • Bookmarks aus Browsern (-> Exportieren oder ganze Profile sichern)
  • lokale E-Mails (wenn Sie z.B. noch POP nutzen oder lokale Archive auf dem Rechner haben)
  • lokale Kopien von digitalen Medien (iTunes, Amazon, Google, etc.) - falls diese nicht über das Internet erneut heruntergeladen werden können. Das gilt auch für mehrere Konten (s.o.), falls Sie - oder andere Benutzer - diese auf ihrem Rechner verwenden.
  • Schlüsseldateien: Wenn Sie eine Verschüsselung eingesetzt haben, müssen Sie auch die (PGP-Keyrings, lokale Schlüssel für Boxcryptor, etc. oder auch Windows-Schlüssel) sicher extern auslagern (was ohnehin bereits gemacht worden sein sollte)
    • Beachten Sie: Falls die Dateien (oder Festplatten) mit einer eigenen Hardware verschlüsselt wurden (TPM-Chips), müssen die Daten in der Sicherung entschlüsselt vorliegen. Eine nachträgliche Entschlüsselung ist nicht vorgesehen und möglich!
  • zusätzlich installierte Zertifikate - ob persönlich oder allgemein (z.B. "Deutsche Telekom Root CA 2") - auch wenn man diese aus dem Internet wieder herunterladen kann. Persönliche Zertifikate sind auf jeden Fall zu sichern bzw. sollten schon extern vorliegen.
  • DRM ("Digital Rights Management") und ähnliche Informationen - falls Sie kopiergeschützte Dateien (Musik, Videos, etc.) auf Ihrem Rechner haben
    • Hierzu gehören auch alle eBooks oder Dateien die von zentralen Anbietern kommen und dem Rechner zugewiesen wurden, ohne dass man sie mehrfach herunterladen könnte.
  • Synchronisationstools sollten unbedingt vorher abgeschaltet bzw. die Datein komplett gesichert werden, so dass eine Neusynchronisierung nicht zum Verlust von Daten in den (datenschutzrechtlich erlaubten!) Cloud-Speichern führt.

 ... (?). Falls Sie die Liste aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung verlängern können, schreiben Sie mir. Gerne nehme ich Ihren Vorschlag auf, falls mehrere Benutzer davon betroffen sein müssten.

Falls Sie lokal auf Ihrem PC noch andere Besonderheiten nutzen, die in der obigen Liste nicht aufgeführt sind, denken Sie bitte auch an diese. Die hier aufgeführten Stichworte sollen lediglich auf den Umfang des Themas aufmerksam machen. :-)

Wenn Sie eine solche Sicherung all der relevanten Informationen zu Ihrem System durchgeführt haben, sind Sie nicht nur bei einem Upgrade besser abgesichert, sondern z.B. auch, wenn ihre Festplatte dann doch einmal defekt ist (Standard-Platten gehen im Durchschnitt nach ca. 5 Jahren kaputt... MEINE läuft schon seit 7 Jahren. Also muss irgendwo anders eine Platte nach 3 Jahren... :-) )

Und: Eine solche Sicherung kann dann leicht einmal im Jahr auf den aktuellen Stand gebracht werden. Unabhängig von den deutlich öfter durchzuführenden Image- oder sonstigen Sicherungen.

PS: Die FSI (Fileservice-Infrastruktur) ist NICHT dazu gedacht, komplette Images oder Voll-Datensicherungen von Rechnern aufzunehmen. Diese ist ausschließlich für die "Nutzdaten" gedacht, letztlich also für die "eigenen Dateien" der Uniangehörigen. Für diese hat das System aber deutliche Zusatznutzen.

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