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Windows 10 - schnell umsteigen?

(Juli 2015)

Das neue Windows 10 ist bald da. Wie so oft fragt man sich: brauche ich das neue Windows? Was hat es mit dem "kostenlosen Upgrade" auf sich? Wann soll ich umsteigen - falls überhaupt? Ab wann genau kann man denn Windows 10 bekommen?

Der folgende Artikel mag die ein oder andere Antwort geben! Der vorliegende erste Teil enthält allgemeine Informationen und Empfehlungen zum Umstieg auf Windows 10, der zweite Teil beschäftigt sich mit einigen neuen Eigenschaften von Windows 10, der stetig enger werdenden Verbindung mit Cloud-Diensten und deren rechtlichen Auswirkungen beim Datenschutz.

Teil 1: Allgemeine Informationen zu Windows 10

Die neuen Produkte bescheren uns leider nicht immer nur Dinge aus der "schönen, neuen Welt" der Technik, die wir uns wünschen - schon gar nicht an einer Universität. Auf der anderen Seite werden wir mit diesen Entwicklungen konfrontiert - spätestens, wenn man die "alten" Windows-Versionen nicht mehr kaufen kann. Spätestens zu diesem Zeitpunkt stellt sich die Frage, wie man das neue System nutzen kann, ohne zu viele Probleme in die Universität zu tragen.

Kostenloses Upgrade für Nutzer von Windows 7 oder Windows 8.x auch an der Universität?

Das neue Windows kommt für viele Rechner kostenlos auf den Markt und die Fa. Microsoft versucht die Nutzer von Windows 7 und Windows 8.x durch Lockangebote schnell umsteigen zu lassen. Diese Angebote sind für Privatleute und Nutzer von Original-OEM-Windows-Versionen (die mit dem Rechner gekauft wurden und aktiv genutzt werden) kostenlos. Das Angebot für ein kostenloses Upgrade gilt ab dem Veröffentlichungstermin für ein Jahr lang.

Laut Ankündigung von Microsoft kommt Windows 10

  • als kostenloses Upgrade über das Internet zum Download ab dem 29.7. zunächst für registrierte Teilnehmer des umfangreichen Tests
  • dann, im Laufe der Zeit, gibt es das kostenlose Upgrade ebenfalls über das Internet für Rechner, die Windows 7 oder 8 als OEM Betriebssystem oder Vollversion installiert haben und für die das neue Windows über das Windows-Icon in der Taskleiste (rechts) vorreserviert/bestellt wurde.

Erscheint das Icon zur Reservierung/Bestellung nicht, sind entweder nicht alle Updates eingespielt, die Hardware ist inkompatibel oder es besteht keine Berechtigung für das kostenlose Upgrade.

Lizenzen, die über den Softwareshop aus dem Select-Rahmenvertrag gekauft wurden, dürfen nur dann kostenlos hochgerüstet werden, wenn noch eine gültige (!!) Software-Assurance (SA, bei Microsoft der Begriff für "Wartung" u.v.m.) mitgekauft wurde. In diesem Fall benötigen Sie nur den Datenträger.

Eine SA ist immer gültig ab dem Kauf bis zum nächsten Jahrestag des Rahmenvertrags (bei uns der 1.7.) und dann weitere 2 Jahre. 

Die meisten Bestellungen an der Universität werden jedoch ohne Software-Assurance durchgeführt und damit ist kein kostenloses Upgrade möglich, sondern die neue Version muss gekauft werden. Auch Rechner, auf denen früher ein Original-OEM-System installiert war, die aber mit einem Select-Windows uminstalliert wurden, erlauben kein kostenloses Update, wenn keine gültige SA mehr vorliegt.

Rechner, auf denen ein älteres System im Einsatz ist (Windows XP oder Windows Vista) sind ebenfalls nicht für kostenlose Updates auf Windows 10 vorgesehen.

So relativiert sich die Frage, ob es an der Universität kostenlose Upgrades geben kann, auf ein geringes Maß.

Lieber bald umsteigen oder lieber warten?

Nun, die Antwort ahnen Sie: Da Microsoft das Angebot für kostenlose Upgrades für ein ganzes Jahr angekündigt hat, lassen Sie doch erst die anderen die Unzulänglichkeiten finden und starten Sie dann erst später.

Wenn Sie eine Neubeschaffung in Betracht ziehen, sollten Sie überlegen, eine Windows 10 Lizenz mitzukaufen, dabei aber auf ein Downgrade-Recht bestehen. Viele Händler bieten das an. Achten Sie dann unbedingt darauf, dass Sie auch die Datenträger für BEIDE Systeme dazubekommen und das Ihre Lizenzen in der Rechnung korrekt aufgeführt sind. Natürlich können Sie auch Windows 10 direkt einsetzen, dann wäre es aber ratsam, die meisten neuen Entwicklungen stillzulegen und das System zu nutzen, als hätten Sie ein älteres Betriebssystem (d.h. Verzicht auf die Anbindung an die MS Cloud und Nutzung ohne Microsoft Live Id, Abschalten der meisten "neuen Eigenschaften", etc.). Einige Gründe dafür finden Sie im zweiten Teil dieses Artikels.

Wenn Sie ein vorhandenes System umstellen wollen, reicht es, z.B. Anfang des nächsten Jahres - oder auch in der vorlesungsfreien Zeit nach dem Wintersemester -  eine Umstellung einzuplanen. Wir wissen heute alle noch nicht, ob Windows 10 rund läuft und ob unsere "Lieblings-Anwendungen" alle tadellos funktionieren. Wenn Sie auf eine funktionierende Arbeitsumgebung angewiesen sind, sollten Sie auf jeden Fall noch warten. Das gibt den Anbietern auch die Zeit, ihre Produkte auf Windows 10 abzustimmen.

Fazit

Wenn Sie die oben in Kurzfassung zusammengetragenen Informationen auf sich wirken lassen, kommt bei Ihnen möglicherweise auch an:

  1. Für viele Rechner an der Universität Bonn gibt es derzeit keine Möglichkeit auf ein kostenloses Upgrade auf Windows 10
  2. Rechner, die die Arbeitsumgebung stellen und auf die man in der Arbeit angewiesen ist, sollten erst einmal nicht umgestellt werden, bis man mehr  Erfahrungen und dann auch die notwendige Zeit für die Umstellung hat
  3. Viele neue Eigenschaften sind im Umfeld der Universität wenig hilfreich und bei einigen muss man erst einmal genau überlegen, ob die denn nicht sogar verboten sein könnten (was den Datenschutz und den Schutz von Forschungsergebnissen angeht, s.Teil 2)
  4. Lassen Sie sich Zeit mit einem möglichen Umstieg, aber überlegen Sie - auf Basis der dann verfügbaren Informationen - zu Anfang des nächsten Jahres, ob das Upgrade auf die neue Version Windows 10 vertretbar sein könnte (falls es überhaupt wirtschaftlich ist)
  5. Und als böse Anmerkung: Überlegen Sie ernsthaft, ob Sie bei diesen tollen Zukunftserwartungen, die das System uns auf den Rechner bringt, nicht doch auf ein Linux-System umsteigen möchten.

Hoffentlich war Ihnen diese kompakte Information schon jetzt eine Hilfe bei der Entscheidung über Ihren weiteren Umgang mit Windows 10. Im folgenden Artikel "Windows 10 - schnell umsteigen? (Teil 2)" geht es um einige der beworbenen Eigenschaften von Windows 10 und die Frage, welche Folgen diese Eigenschaften im Umfeld der Universität haben könnten. Außerdem gibt es noch einen Nachtrag zum Thema Datenschutz und zu den Problemen, die aus der Cloud-Nutzung resultieren, die auch in Windows 10 immer stärker integriert ist.

Herzliche Grüße

Andreas Beutgen
Abt. Arbeitsplatzsysteme, HRZ

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